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05.03.2022

KRIEG IN DER UKRAINE UPDATE 05.03.2022

Vielen Dank für Ihr Interesse an unserem Kinderheimhilfeverein!
Auch der gestrige Tag war wieder überwältigend! Für die zahlreiche finanzielle Unterstützung wollen wir uns von ganzem Herzen bedanken!

Ich fasse die Informationen des Tages hier kurz zusammen:

Der 9. Tag in diesem grausamen Krieg hat auch uns hier in Logistik, Kommunikation und Organisation schwer mitgenommen.

In der Früh kam die Schreckensnachricht vom getroffenen Kernkraftwerk - wir waren und sind schockiert! Gotteseidank konnte das Feuer gelöscht und eine noch größere Katastrophe abgwendet werden. Radioaktive Strahlung war glücklicherweise nicht ausgetreten.

Der Vormittag war realtiv ruhig im Kinderheim. Nachdem nochmals rund 3000,-€ direkt ins Kinderheim transferiert werden konnten, war es unseren Helferinnen und Pflegerinnen möglich, noch etliche Besorgungen und Einkäufe erfolgreich zu bewerkstelligen (siehe Fotos unten). Dazu gehörten vor allem Medikamente, Kindernahrung, Hygieneartikel und Getränke. Die Bestände konnten dadurch gut ergänzt und gefüllt werden. Mit zwei Jeeps wurde der Transport durchgeführt. Damit schienen auch die nächsten Tage im Kinderheim abgesichert, was die Grundversorgung angeht.

Im Laufe des Mittags hingegen verschlechterte sich die Lage durch Detonationen und Exposionen in der Stadt. Der einzige Zug, der Saporoshshje an diesem Tag in Richtung Westen verließ, war total überfüllt. Am Bahnhof spielten sich chaotische Zustände ab (siehe Film unten).

Die Famile von Arthur hatte eigentlich gehofft, in diesen Zug zu kommen - aber angesichts der Zustände am Bahnhof hat sie dieses Ansinnen aufgegeben und ist in Saporoshshje geblieben.

Die Heimleiterin stand daraufhin in permanentem Kontakt zum Krisenstab der Stadtverwaltung Saporoshshje, um Maßnahmen einer Evakuierung des Kinderheims einzuleiten.
Demzufolge wurde die Bitte an uns herangetragen, 114 Rucksäcke beschaffen zu dürfen, in denen die Kinder ihre Habseligkeiten packen könnten. Natürlich haben wir dem Kauf zugestimmt und er wurde auch schon bereits durchgeführt.
Große Sorgen machen wir uns um die schwerbehinderten Kinder, die bettlägerig sind. Auch diesen Aspekt habe ich natürlich mit der Heimleitung, und selbige mit der Stadtverwaltung diskutiert. Wie sollte der Transport von diesen Kindern vonstatten gehen?
Für den Transport habe ich die Übernahme sämtlicher Kosten zugesagt, wofür sich die Heimleitung sehr bedankt.

ABER: Nachdem es am Nachmittag so aussah, als würden die behinderten Kinder weiterhin vor Ort versorgt werden, fiel dann gegen 18 Uhr die Entscheidung: die Kinder bleiben alle in Saporoshshje!
Wir hoffen natürlich und beten darum, dass diese Entscheidung richtig war.

Unser zuckerkrankes Kind Irina ist wohlbehalten mit ihrer Mutter am Abend in Lemberg eingetroffen, sie werden morgen versuchen, über die Grenze nach Polen zu kommen. Die Weiterfahrt in eine Klinik in Berlin ist bereits organisiert.

Nachdem heute immer wieder die Frage an uns herangetragen wurde, wie man am Besten unser Kinderheim unterstützen könnte, möchte ich hier noch kurz versuchen, dies zu erläutern:
Wir haben in den letzten Tagen durch das unmittelbare Bereitstellen von über 15.000,-EUR dafür gesorgt, dass das Kinderheim aktuell gut versorgt ist.
Wie die Situation morgen, übermorgen oder in einer Stunde sein wird, kann niemand vorhersehen.
Ob es zur Evakuierung kommen wird, und wann, kann ich nicht sagen.
Ob dann unsere Anschaffungen mitgenommen werden können oder nicht, kann ich nicht sagen.

Daher haben wir nun folgenden "Fahrplan" im Kopf:
Solange die Kinder vor Ort im Kinderheim sind, werden wir uns darum kümmern, dass die Grundversorgung der Kinder und Bediensteten gewährleistet ist. Dies werden wir von nun an in finanziell dosierter Form tun.
Falls nämlich der Fall eintreten sollte, dass das Kinderheim vor der russischen Truppen fliehen muss, müssen wir davon ausgehen, dass alle Anschaffungen verloren sind. Wir werden dann Ihre Spenden noch dringend benötigen und sinnvoll einsetzen, je nachdem, wie es eben weitergeht. Erst recht auch dann, wenn der Krieg vorbei sein wird, was wir alle so sehr hoffen.

Am Ende dieser 6. Berichterstattung können Sie sich bestimmt vorstellen, dass auch wir hier, die wir hilflos dastehen und zusehen müssen, was in der Ukraine passiert, an die psychische und physische Belastungsgrenze kommen. Es ist nicht (irgend)ein Krieg, es ist aufgrund unserer vielen Beziehungen, Freundschaften, Erlebnisse und Erfahrungen zu unserem Krieg geworden. Dies nimmt auch uns mit und hinterlässt Spuren.
An dieser Stelle auch ein pauschales DANKESCHÖN für die vielen aufmunternden Mails, die uns weiter motivieren und anspornen.

Hoffentlich hat dieser Spuk bald ein Ende!