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20.03.2022

KRIEG IN DER UKRAINE UPDATE 20.03.2022

Vielen Dank für Ihr Interesse an unserem Kinderheimhilfeverein!
Danke auch für all Ihre Unterstützung, die uns auch gestern wieder erreicht hat, vor allem für die lieben aufmunternden eMails unsere Arbeit betreffend! Wir haben uns sehr darüber gefreut.

Ich fasse die Informationen des Tages hier kurz zusammen:

24 Tage Krieg. 24 Tage zu viel.
Und immer noch kein Ende in Sicht. 10 Millionen Ukrainer sind mittelweile auf der Flucht.

In der Früh starte ich meine tägliche "Abfrage" ...
"Die Nacht verging ruhig. Der Morgen begrüßt uns mit Sonne. Ich möchte, wenn es ruhig bleibt, mit Karina nach draußen, zum zweiten Mal in 24 Tagen, um frische Luft zu atmen", schreibt mir Arthurs Mutter.
Ich bekomme auch Fotos (siehe unten).
Später schreibt sie mir nochmal: "Heute ist so ein Tag, an dem du dich freuen willst, aber die Traurigkeit übernimmt Oberhand. Am Morgen, nachdem ich über 2 Stunden in Warteschlangen gestanden hatte, konnte ich Milchprodukte kaufen. Nach dem Mittagessen gingen wir mit Karina nach draußen. Aber es ist schwierig für sie. Sie hat Angst, dass die Sirene beginnt und wohin wir dann rennen. Ich bin sehr traurig. Die Psyche der Kinder hat sehr gelitten - Heute ist die Stadt ab 16 Uhr wegender Ausgangssperre bis Montag 6 Uhr morgens geschlossen. Was könnte das bedeuten? Wir sind in Unruhe!"
Mein Freund Maksym weiß die Antwort: "Will be a cleaning of Saporoshshje from saboteurs; if someone is on the street at this time, it will be possible to shoot him to kill. Terrible times".


Um 11:04 Uhr läuft folgende Meldung über den Ticker:
Neun Tote durch Beschuss in Saporischschja
In Vororten der südostukrainischen Stadt Saporischschja sind nach Angaben der Stadtregierung durch Beschuss am Freitag neun Menschen ums Leben gekommen. 17 weitere seien verletzt worden, teilte Vizebürgermeister Anatolii Kurtiew mit.

Eine Stunde vorher gab es folgende Mitteilung:
Das plant Spiegel für die Heimkinder aus der Ukraine
Bundesfamilienministerin Anne Spiegel (Grüne) hat angekündigt, Länder und Kommunen bei der Unterbringung kompletter Kinderheime aus der Ukraine zu unterstützen. Zugleich solle eine zentrale Koordinierungsstelle eingerichtet werden, sagte Spiegel dem „RedaktionsNetzwerk Deutschland“. „Mir ist sehr wichtig, dass diese Kinder und Jugendlichen, die so viel Leid und Tod erlebt haben, als Gruppe zusammenbleiben können und auch nicht von ihren vertrauten Erzieherinnen und Erziehern getrennt werden.“
Die Koordinierungsstelle werde für eine angemessene Verteilung auf die Länder und Kommunen sorgen und dabei auch besondere Anforderungen wie Behinderungen oder schwere Erkrankungen der Kinder und Jugendlichen berücksichtigen, erläuterte Spiegel: „Wir müssen so viel Stabilität wie möglich schaffen.“ Die Ministerin reagierte damit auf eine Forderung der Bundesländer.




Am frühen Nachmittag kommt Julia wohlbehalten in Lemberg an und verschafft sich einen Überblick. Es dauert nicht lange, da bekomme ich die ersten Fakten geliefert: Waschmaschinen sind nicht angeschlossen, Badezimmer nicht ausgestattet und die Kinder werden schlecht ernährt.

Julia engagiert ein Auto incl. Fahrer, und einen Sanitärdienst, der sich um die Waschmaschinen und Bäder kümmert.
Eine Liste der Lebensmittel, die für einen reibungslosen Kinderheimalltag benötigt werden, wird angefertigt. Wir reden über 110kg Brot, 10 Liter Öl, 700 Eier, 100kg Fleisch, 280 Liter Milch, 100 Liter Kefir, 40kg Käse, 50kg Pasta, 100kg Kartoffeln, 250kg Zwiebeln und Karotten, 250kg Kohl, 15kg Kekse sowie Tee, Saft und Kakao. Das alles würde für 7-10 Tage reichen.
Auch die Heizung in der Unterkunft funktioniert nicht, und nachts ist es kalt. Julia macht Termine mit Handwerkern aus.
Die erste Einkaufsrunde wird noch am Abend gedreht. "Ich werde ihnen dort zeigen, wie man arbeitet", schickt mir Julia mit einem "Zwinker"-Smiley aufs handy. "Ab morgen früh gibt es viel zu tun. Robert, Du kennst mich. Ich werde alles tun, damit es den Kindern gut geht".
Was für ein Glück, Julia an unserer Seite zu wissen!

Aus dem Kinderheimstandort in Saporoshshje heißt es heut nur: alles ruhig, alles wie immer.

Hoffen wir, dass es so ruhig bleibt - an beiden Standorten. Und dass Julia morgen viel von dem, was sie vorhat, umsetzen kann.