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26.05./27.05.2022
09.03.2022

KRIEG IN DER UKRAINE UPDATE 09.03.2022

Vielen Dank für Ihr Interesse an unserem Kinderheimhilfeverein!
Danke auch für die großartige, überwältigende, finanzielle Unterstützung, die uns gestern erreicht hat!

Ich fasse die Informationen des Tages hier kurz zusammen:

13. Tag Krieg.
Seit Tagen versuche ich, Arthurs Mutter von einer Flucht in den Westen zu überzeugen. Sie müsste aber ihren Mann zurücklassen, da er ja nicht ausreisen darf. Und Arthur ist in keiner guten Verfassung.
In der Früh schreibt sie mir: "Robert, guten Morgen. Die Nacht verlief ruhig. Aber Arturchik hatte schwere Krämpfe. Und sie überzeugten mich schließlich, zu Hause zu bleiben. Zunächst einmal ist es sehr schwierig für ihn und für mich. Zweitens schwitzen seine Handflächen und Fußsohlen bei Krämpfen stark. Und wenn sie nicht rechtzeitig aufgewärmt werden, erfrieren sie und die Krankheit ist in der Nähe. Wenn es Sommer wäre, wäre das Problem vielleicht einfacher. Also, heute Nacht mache ich Schluss damit - wir bleiben zu Hause. Ich hoffe, dass dieser Horror ein Ende hat und wir uns wiedersehen."

Vielleicht lag es am Weltfrauentag, der Tag war sehr ruhig in Saporoshshje: kein Luftalarm, keine Explosion, keine Schüsse.
Eine Kinderpflegerin schreibt mir vormittags: "Es ist alles in Ordnung, wir sind sehr gestresst".

Nach wie vor formieren sich die russsischen Truppen 10km vor der Stadt. Diese Ungewissheit, diese Bedrohung, die Angst - sie sind einfach sehr präsent.

Die Geschäfte werden immer leerer und leerer, die Einkäufe heute sind dürftig (siehe Foto). Es gibt keinen Nachschub mehr. Das Kinderheim lebt von den Vorräten, die wir Gottlob letzte Woche noch so toll auftstocken konnten.

Ich kontaktiere wieder die Kinderheimleitung, eine mögliche Evakuierung im Hinterkopf; doch die Antwort bleibt dieselbe: die schwerbehinderten Kinder sind nicht transportfähig.

Jana hat mich heute in der Schule gefragt: Wie ist's heute im Kinderheim?
Ich sagte: Ruhig, sehr ruhig.
Jana fragte daraufhin nach: Ist das gut oder schlecht?

Ich glaube, aktuell war es gut. Sehr gut sogar. Es ist nichts passiert.
Ob sich allerdings etwas zusammenbraut, und ob es die Ruhe vor dem Sturm war, wird man sehen.

Das heißt, es liegt wieder eine Nacht des Abwartens, des Bangens, Hoffens und Betens vor uns.

Schließen möchte ich das heutige "Tagebuch" mit etwas sehr Erfreulichem:
Irina und ihre Mutter haben es geschafft und werden morgen im Laufe des Tages bei uns in Aschaffenburg eintreffen! Darüber freuen wir uns sehr!